Birds 2013

Birds 2013
smatritje neba

30.11.21

Alter Entwurf


Vierbeiner

Pferd, Pony, Esel

Das Einhorn kannst Du nicht reiten und streicheln. Und wie viele Stiere jagen wiehernd hinter ihm her!
Wer kommt da mit Hartriegel für Esel?

Wer sitzt bei Dir am Tisch?

Man sammelt Äpfel. Und bietet Pferdeäpfel, aus sogenannten Literaturpreisen. Was hat man sonst?

Handke, dem kein Esel mehr was abnimmt, macht ein Pah auf den ganzen Quatsch, ohne den eigenen zu berücksichtigen. Verlag X treibt neue Säue durchs Dorf.

Walser ... 

30.11.21 

wann hab ich das nur geschrieben? Ein guter Anfang.




28.11.21

Schmusotherik Dr. X

Der Schmusotheriker Dr. Tiger, dessen ESO sich mein Freund in seinen letzten Stunden anhören mußte, beschwatzt nun einen anderen zum Sterben gehenden guten Menschen, um den es mir leid tut mit Schmus vom Narziß. Jener meint, es sei schon okay. Er lässt sich die rosa Ich-Reklame gerne über die Welt legen. Und ich sage mir, daß wir ja doch einander nah und in der Wirklichkeit sind.

Dann finde ich ein Heftchen "Wilhelm Raabe, Die schwarze Galeere". Ich habe schon zwei Seiten der Vintage-Äktschn runter, da fällt mir ein: war da nicht was mit Nazis? Wiki hilft: Er hat seine Stories mit Judenhass aufgepeppt, um mehr Leser zu bekommen. Die Nazis feierten ihn dafür. Ich muß die Phantasien eines Charakters, den ich nicht in meine Wohnung ließe, nicht kennenlernen. Weg damit!

Dann höre ich davon, daß ein begeisterter Sammler Teile seiner lokalen Bilder dem Museum vermacht. Ob etwas aus dem Besitz von Verfolgten stammt? Immerhin war ein Verwandter von ihm SS-Arzt in Dachau. Was wohl geschah, als ich X darauf ansprach?...

Verlust und Welt des braven Gemüts. Das hilft bei der Vorbereitung auf den Abschied. Aber die Erwartung des Frühlings und die Erinnerung an die schönen Augenblicke lösen das auf.

Ich denke an ein chinesisches Gedicht von einem verbannten Beamten, der in eine schneegraue Welt hinausblickt. Der Sinn, über den er nachdachte, lag eben in diesem Augenblick der Begegnung des Ich mit dem Jazz aus seiner Erwartung und dem Rhythmus des zur  Stille gehenden Geschehens.

Ich beachte die Wirklichkeit, sie dennoch betrachtend. Weitab geht ein Schmusotheriker sinnend vorbei. Was doch alles in der Welt nebeneinander möglich ist!

26.11.21

Vergänglichkeits-Marker

Die Wortphantasie "Vergänglichkeitsmarker", die M. Braun in volltext eingefallen ist.

Warum nicht? Ist doch schön: Ist Vergänglichkeit nicht das Ding, auf das das Leben geschraubt ist?

Mich selbst schätze ich eher als einen Ewigkeitsbossierer ein, der mit seinem Hämmerchen auf dem Goldblech des Lebens herumklöpfelt. Das gibt Geräusche und Scheinen und manchmal ist auch es ganz schön. 

22.11.21

Andenken

Sich im Fall der Wiedergeburt oder anderweitigen Lebens nach dem Tod ein ehrendes Andenken bewahren.

9.11.21

Llorona, kleiner Adler

Kleiner Adler

Euer Schiff steuert den Hafen an. Das Lied "Ay de mi, llorona" steigt in Dir auf. Wie habt Ihr geliebt! Da hatte Ortega noch die Tarnung des Befreier an.

Die letzte Reise? Nächstes Jahr dämmerst Du vielleicht schon im Heim dem Ende entgegen.

Unter der Schiffsschraube treibt der Kamm einer ertrunkenen Mutter.

Fußabdrücke in Sarajevo, Knochen unter einem Hügel in Ruanda.

In Deiner Erinnerung hüpft ein Junge durch den Garten. Ay de mi llorona.
*
Hallo, kleiner Adler!

Wie wichtig Du die Brauen zusammenziehst,
Wie eifrig Du mit den Flügelchen flatterst!
Spatz unter Spatzen.

Du brauchst keine blutige Speise
Und Du hast Freunde und Geschwister.
Der Schwarm vertraut Dir, hilft.

Du hast die Freiheit,
Aber auch das Gesetz aus der Versammlung der Freien.

Du bist nicht von einsamer Größe,
Aber, wenn der Tod kommt, bist Du nicht allein.

Dein Gesang erfüllt nicht die Ebene,
Aber Dein Wort webt sich ein in die Gespräche der Büsche.

Fliege den Adler,
Wir sind da, Dir zu folgen,
Dich mitzunehmen.

Klaus Wachowski 8.11.21

Nachtrag

Was schwimmt tief unter dem Bug Deiner Pauschalreise?

Der kleine Adler ist gestorben. So ängstlich so tapfer. Die Katze des Künstlers hat ihn erwischt. 

Wie können Spatzen einander helfen? Wir waren zu spät, zu schwach, zu ängstlich. Wir sind, wie wir sind. Jedenfalls konnten wir nicht helfen. 

Und auch lange Trauerfeiern können wir nicht. Das Weinen ist in uns bei Sonne und Regen. Die Wolken sind dunkler, dem Himmelblau fehlt eine Stimme. 

Das Leben geht weiter. 

Wenn wir Dich vergessen, öffnet sich hinter dem Horizont eine schwarze Tür. Bist Du mit uns, klingt es in moll. Aber die mit uns sind, sind uns dann näher, die Farben sind farbig, das Wort sagt uns wieder etwas.

In der Hecke tummelt sich ein Schwarm Spatzen. Wie schön! Das Reden so aufgeregt. Um nichts, um alles. Das: "Du bist bei mir!" Wie schön, kleiner Adler!
 

9.11.21 Klaus Wachowski

8.11.21

Kleiner Adler

 

Kleiner Adler

 

Euer Schiff steuert den Hafen an. Das Lied "Ay de mi, llorona" steigt in Dir auf. Wie habt Ihr geliebt! Da hatte Ortega noch die Tarnung des Befreier an.

 

Die letzte Reise? Nächstes Jahr dämmerst Du vielleicht schon im Heim dem Ende entgegen.

 

Unter der Schiffsschraube treibt der Kamm einer ertrunkenen Mutter.

 

Fußabdrücke in Sarajevo, Knochen unter einem Hügel in Ruanda.

 In Deiner Erinnerung hüpft ein Junge durch den Garten. Ay de mi llorona.

Hallo, kleiner Adler!

Wie wichtig Du die Brauen zusammenziehst. Wie eifrig Du mit den Flügelchen flatterst! Spatz unter Spatzen.

 

Du brauchst keine blutige Speise

Und Du hast Freunde und Geschwister.

Der Schwarm vertraut Dir, hilft.

Du hast die Freiheit,

Aber auch das Gesetz aus der Versammlung der Freien.

 

Du bist nicht von einsamer Größe,

Aber, wenn der Tod kommt, bist Du nicht allein.

 

Dein Gesang erfüllt nicht die Ebene,

Aber Dein Wort webt sich ein in die Gespräche der Büsche.

 

Fliege den Adler,

Wir sind da, Dir zu folgen,

Dich mitzunehmen.

 

Klaus Wachowski 8.11.21