Birds 2013

Birds 2013
smatritje neba

28.9.21

Das Zentrum des Lebens

"Literatur ist das Zentrum der Menschheit. Ich kann nicht glauben, dass mein Werk vergänglich ist. Es kommt, was kommt, aber es wird was kommen. Ich bin zugleich hoffärtig und total bescheiden. Wenn ich zufällig, nicht absichtlich, ein Buch von mir aufschlage, denke ich: Mensch, das ist Prosa! So gehen die Sätze der Literatur. Das kann nicht von dir sein."

 

Handke in Die Presse 24.9.21

 

Ich bin auf dem Weg zur Förderung Deutsch. Der Kopf rauscht von Plänen, den Jungs ein Bisschen zu Mut zu verhelfen. Zugehörigkeit, das müsste doch eigentlich ihr Thema sein.  Ich bin von meinem Vorhaben begeistert.

Es entwickelt sich anders. Ich komme ihren ganz konkreten Fragen nur hechelnd hinterher. Der Kopf wird durch und durch geblasen: Präsens, Perfekt, Präteritum? Was jetzt wie? Die Stunde saust vorbei und ich versuche mir klar zu werden, was das war.

Gestern, mitten im Gespräch ruft W: „Ein Eichhörnchen!“ Vor 20 Jahren noch hätte ich in mich hinein gelacht über solche Begeisterung. Heute geht das, was damals so viel wichtiger war, - an mir vorbei.

Literatur ist natürlich nicht das Zentrum der Menschheit! Ein blöder Unfug, wo Kinder in den Wellen des Mittelmeers versinken. Literatur kann manchmal trösten und die Welt in einem anderen Blick nehmen; nicht helfen, nicht heilen. Auch dann nicht wenn sie einen Betonbrei über das Leben gießt. Handke kann, anders als Stripf und Wenger, nicht glauben, dass sein Werk vergänglich ist. Ich denke, dass es keine literarische Institution geben wird, die seine Brocken weiter tragen wird. Ein Jean Paul, der doch wirklich bewegende Szenen geschrieben hat, wird nur von Fördergeldern in der Diskussion und am Interesse gehalten. Was will da ein Modenobel? Und hundert Jahre, die er vielleicht durch die sich windende Aufmerksamkeit von Nachbrennern doch wenigstens als Nummer von Name im Gedächtnis schäumt? Sie sind nicht gerade ein gewaltiger Teil der Ewigkeit. Vermutlich aber wird Srebrenitza für Nachruhm sorgen.

Schlage ich zufällig, nicht absichtlich, ein Buch von ihm auf, denke ich: Mensch, das ist Prosa! So gehen also Sätze der Literatur!? Das kann nicht von mir sein noch von einer sonst ernst zu nehmenden Person des Wortes.

Die Worte von D, A, K und O, mühsam gefunden und angewendet: sie werden gesprochen und geschrieben im Wunsch, sich dadurch ein Recht auf Zugehörigkeit zu erwerben. Das Kind aber wird an den Strand geworfen. Der Sand geht darüber hin. Wie? Nicht über das Tönen eines Schwätzers vom Ruhm der Ahnungslosen?!

„Betrachte, von welcher Art das Denken der vom Ruhm Besoffenen ist, und was sie scheuen und wonach sie gieren. Denke daran, gleich wie die alten Dünen vom neuen Sand zugedeckt werden, so wird auch im Leben das Frühere durch das Spätere bald bedeckt.“ Frei nach Marc Aurel  Selbstbetrachtungen, 7. Buch, Par. 34 (reclam1241).

Ob die Gedanken des Nobel-VIP zumindest soweit hinaus reichen? D, A, K und Os Kinder werden sehen.

*


"Mein lieber Nobelaner. Wie Sie bin auch ich begeistert von eigener Schreibe. Mensch! Ist das Prosa! Ich glaube aber schon, dass Ihr Ruhm im Gegensatz zu meiner Unsichtbarkeit seinen Fortgang in lockerer Vergänglichkeit finden wird. Ich bin jetzt schon dort, wohin es ihn wehen wird.

Andererseits sind da Srebrenitza und Ihr freundschaftliches Verhältnis zu M und K. Da kann Ihr Andenken durch die Erinnerung an ein von Ihnen ignoriertes Massaker schon mumifiziert werden,  auch wenn der Inhalt Ihrer mit süßlicher Verehrung getränkten Binden längst in Staub zerfallen sein wird.

Literatur ist wohl doch nicht 'das Zentrum des Lebens'."

Dr. Warnix, Psychagog und lachendes Schmierenpublikum: "Mal langsam, Smirc: Wo wäre denn der Spaß geblieben, hätten wir nicht dieses Sich-Spreizen,  Lechzen und Tanzen der gespitzten Lippen miterleben gedurft. Das Leben hat sich doch gelohnt! Die Ewigkeit wird ihn und uns schon rechtzeitig einstauben."

Gott: "Srebrenitza!"

 

16.9.21

Dr. Smirc an Lego

Smircs politische Entwicklung

Smirc, von entzogenem Doktorgrad, schüttet die tausend Legos aus und legt sich mitten unter sie. Wie schön! In der Kindheit waren zu wenige da, im Erwachsenenalter war er eher mit dem Aufräumen beschäftigt, als Opa musste er feststellen, dass er in seiner Begeisterung allein blieb. Und jetzt? Fehlt jede Energie.  Er beschließt, von einem selbst gebauten Legoschloß zu - träumen.

 

Über die weiße Wand spielen Licht und Schatten einer vom Wind berührten Blume. Er schläft ein und träumt einen anderen schönen Traum. Schade, dass er sich nicht daran erinnern kann! Aber es tat gut.

Aufwachen! Tagesschau! Das Geschehen interessiert noch. Mitten ins Gurren der Haustaube rennt er von der Terasse zum TV.

Er findet einen alten Essay von Mahler und vertieft sich in die Entwicklung vom Führer der Avantgarde zum Guru brüllender Pegiden. Sein Freund aus der Anarchie entwickelte sich sinngleich zu einem verschrobenen Heilsprediger. Oder dieser Fischer: vom Hass zum Hochwürden des Kapitals.

Hätte man schon 77 sehen können, dass M, hier einer von der Propaganda zur Propaganda wechselte, um die Verachtung der Menschen nicht zu verlieren? "Entartete Intellektuelle": von der Verachtung des Kleinbürgerlichen zu der der "Entarteten". So groß wie sie sich in den 70ern noch vormachten, scheint der Schritt von der Internationale der Gerechtigkeit zum Deutschland über alles nicht zu sein. Das zeigt sich doch auch in der Sovjet-Nachfolge der Kader im Osten: wie eifrig sprangen sie aus den Uniformen in die Uniformen!

Dass es immer noch aufregt!

Die Erinnerung an den Verlust kommt mit heißen Tränen. Es zieht hinab. Aber er bleibt bei sich. Das hatte auch er in seiner ideologischen Zeit, beim Weltretten, völlig vergessen, übersehen, nicht sehen gewollt. Der Panzer, das sich stark machen, war wichtiger als das verletzliche Fühlen. Das Leben hat ihn gelehrt. Besseres? Was er nicht mehr umarmen kann, er sucht in sich nach jener Athmosphäre. Und manchmal, oft unverhofft, stellt sie sich ein. Es war ein zerbrechliches Geschenk. Und es gab die Zeit, in der er es halten durfte.

Der Trickser des Wohls glaubte im Gegensatz zu ihm, dass die Mehrzahl der Menschen doch eigentlich nicht sehr intelligent seien und der klugen Führung bedürften. Smirc dagegen meinte schon, dass er selbst nicht dumm sei, dass aber die Mehrzahl der Menschen schon wüssten, was gut und schlecht für sie sei. Er lehnte Tricksen daher ab und verlegte sich aufs Argumentieren. Das verstanden aber allerdings die wenigsten. Er schloss nun nicht wie der Trickser auf die Dummheit der Leute, sondern auf ihr Desinteresse an seinen langen Ausführungen und auf ein Vertrauen gegenüber Autoritäten, das er allerdings nicht hatte: er hatte Vater und Mutter gehabt. Das war ihm genug.

Er musste seinen Lebensunterhalt ja auch irgendwie verdienen und arbeitete für die Nachbarn in der Verwaltung. Nun war er Pensionär im Unwichtig.

Was also ist erreicht? Der Vogel gebraucht seine Flügel bis zum Ende. Und wenn er so auf dem Zaun sitzt, auf die nächste Nougatbrezel spekuliert und über sein Leben nachdenkt, kommt ihm der erste bewusste Tag in den Sinn. Dies ist die Fortsetzung.

Ein Sonnenstrahl kommt. Da unten glitzert ein Legostein, dort bimmelt ein politisches Plakat nach einem krassen Wahlergebnis. Und die Rolltreppen im Kaufhaus gehen auf und ab, auf und ab im Glücksautomaten.

Der Schatten eines Falken. Heute noch nicht. Der Schwarm nimmt den Dr. in die Mitte. Danke, Leben!

 

 

12.9.21

Ende und Ordnung diverser Gefilde

Die Ordnung diverser Gefilde

Die Ordnung diverser Gefilde, Rebellionen und Errungenschaften hat was. Denn Gott ist Leben, verwoben und unfassbar. Man mute ihn doch endlich den typischen Normen zu, dem reinvestierten Zorn in der Moderne politischer Ungethyme! Nichts bleibe unausgesprochen in der Wirkmacht des Seins!

Dazu Goethe: „Der redet ja nur von früher und super Erfolg. Brav!“ Er war gekommen, um geliebt zu werden.

Leser, laß das Lachen stecken! Es fehlt nun mal die Kreditkarte eines Nobelpreises, der aus der ständigen Abarbeitung unlösbarer Rätsel entspringt. 

Menschen, die Zorn deponieren, erzielen durch Parteiarbeit doch eine Rendite aus thymotischen Dividenden korpulenter Wetterlagen. Wer aber verzinst die Vernunft systemischer Modernität?

Jetzt eine Dröhnung Astra! Wenn vom Thron die Träne fließt, kommt zum Trost der Populist. Wahre Schluckaufe ertönen da.

FFP2-Atmer Dr. Smirc geriert sich bei dieser Gelegenheit als Mutanten-Knilch und meldet Aerosol- Huster dem Ordnungsamt zur Impfzapfe. Coronabefleckt sondert sich Angstschweiß in den Schuhen. Er muss raus, raus und barfuß laufen. Wohin? "Krauchendes Ungeheuer windet sich zwischen den Rippen." Er muss raus, raus und sich häuten. 

Osteoklastisch arbeitet PS mit großer Haftung an der Poetik seines fatalistisch gestimmten Existenzialismus, ein Solitär innerhalb der Zunft. Ja er bleibt lyrischer Zeitgenosse von Gedankenwelten. Von einem schamanistisch inspirierten Naturverhältnis noch ziemlich weit entfernt, studierte er damals dennoch Indisches. 

Die erfolgreichsten Schriftsteller sind eben die, die hunderte und noch mal hunderte von Seiten rausgehauen haben. Das ist keine Erkenntnis von Panik-Mutanten und Verordnungs-Floppern: diejenigen, die am meisten schreiben, sind am erfolgreichsten. Da ist Geige wie Klavier. Die  entscheidende Diskrepanz bleiben bedenkenswerte Texte, immer objektiv bei Cicero.

Zu den Wirkungen der Theopoesie gehört also nicht das Dasein der Völker. Vielmehr meldet sich der Kosmos als unterschätztes Space-Kraut-Duo zurück. Und nur deshalb kommt es wieder, das Mega-Event mit Gaudi und Draufgabe für Todes-Statisiker. Pause 10 Minuten.

Und der Blümchentechniker Dr. Smirc? Nimmt ein Hysterical zur Mystiklausur bei diesem Sloterdijk. Dazu eine Coronavase voller Möhren vom Gemüseregal, teilt auch mal mit Nacktratten.

Die Stoiker waren aber ganz schön geizig! Und sie stanken! Bärtig wie ein falscher 48er nach 68. Unglaubliches Panoptikum erlesener Düfte. Übler Atem, Zwiebeln, einige abgestandene Fürze,  Geruch ungewaschener Kleider und ranziges Fett! Damit hatte wohl schon Jesus sein Tattoo eingeschmiert. Dazu die schönen, detailreichen, manchmal fast innigen Reminiszenzen von Botho Strauß: Alltagsgebarme und Aufsässigkeitskitsch, ein Phantombegriff auf dem Weg von den Hominiden-Weibchen zu den Homo-sapiens-Frauen. Das gab so manche gute Stunde am Kamin des Wagnerbommel streichelnden Oniritten. Bei allem Fehl und Tadel ein Einzelfall: Es gibt ein Geistiges, das aufging und strahlte, das, was Caspar David Friedrichs Wanderer im Nebelmeer erblickt, weil er den Nussknacker vergessen hat.

Es regnet Tinte aus der Papiertonne. Man fegt hoffnungslos den Hof.

Dies mag sich nun so verhalten oder anders; und wenn in Wahrheit an jenem Abende der Esel nicht getanzt hat, so geschahen doch damals größere und seltsamere Wunderdinge, als es das Tanzen eines Zoroaster wäre. Kurz: Zarathustras lautiert: »was liegt daran!«

11.9.21

Der innere Süden

Der See lag still, doch da gab es Weite, als Zitat des inneren Südens des Philosophen Nietzsche. Zählte er eher unter die Corona-Poser oder fühlte er sich den Pandemie-Stechern nahe? Das matte Licht eines Bernsteins erleuchtete sein Inneres. Ein blinder Fleck wurde ohnmächtig.

Der Chor der Verehrer im Sandlerbeisl skandierte Medalliengold in Hinterzarten exklusiv vom Biobarden.

Der Sorgenvers tat schrecklich weh. Sie flüsterte ein schnödes Motiv: "Der ist doch auf dem Weg zum Dirty old man.“ Musste er seine tollen Lebenserfahrungen unbedingt weitergeben? Dazu noch mit archetypischer Wucht exponiert und für Übertragungen in beliebig weit entfernte Kontexte bereitgestellt? Wer wollte nach Jahren der Rostung noch einen Blick auf das eiernde Mobile einer Begriffswalze verwenden?

Und dann: Warum brach die junge Lady in einen unaufhaltsamen Tränenstrom aus? Heute lacht man vielleicht: Für den einen Teil der Welt war er dort schon so, wie er aussieht. Autonome Testschwärzer und Aerosol-Atmer schlossen sich nun den Quer-Witzlern aus dem Südwesten an. Gemeinsam ging es gegen Impf-Pimfe und Frisur-Mutanten. Das synkretistische Programm fand seinen wahren Gedanken im pneumatischen Programmvolk ethischer Klausur.

Der Guru schlägt sich an die Stirn. Wenn nach Discofox plötzlich chaotischer Rock hereinbricht, ist Wiedergeburt und Neuanfang angesagt, nicht nur für Impfschwänze. Martin Walser erscheint als einziger Ausweg die Schönheit. 

 „Stell Dir mal vor, wie Aladin die Schatzkammer betritt und das Numinose innerweltlich erfährt.“ Dr. Livesey fällt aus aller Corona, denkt plötzlich quer. Derivate des prekären Vorrechts auf Strenge gegen sich selbst, das positiv Erwählung heißt. So etwas kann man wahrlich mit dem Tattoo „Mom“ von Martin Walser nicht erleben. Den Weg in den grevenbroichschen Liberalismus darf die Demokratie nicht bezweifeln.

Gegrinselte Sprache vom Feinsten. Früher nahm man auf dem Weg zum Ponzer noch die S-Bahn, vom Wunschfigurzentrum über den Zapfkönig. Man hätte gerne Wunderkerzen gelacht, aber es wurde allzu deutlich, worin die Erleichterung von Psalmen besteht: in Gefühlsexzessen der Klage, "im Trommeln an Gottes Tür". Letztendlich waren all die alt gewordenen Abiturienten trotz aller Witzigkeit auf Null. Ein ethnogenetischer Geniestreich singulärer Verwandlung zufälliger Ethnien: aus unauffälligen Stämmen ins VIP der cash bezahlten Philophastik.

Wo sind nun Verzicht und Verbrauch? Von Wende und Ende kann doch erst die Rede sein, wenn sie da sind und nicht im Hiersein eines Heidegger! Las man nicht den schönen Satz: „Schreiten wir kraftvoll voran!“

Vielen Dank für den sehr günstigen Artikel Zuversicht. Ich bin aber der Meinung, dass am Nimmerleinstag alle, aber auch alle! Kipppunkte kippen sollten. Daß Studien und Stellungnahmen zuerst als Sektkorken erscheinen, war zwar mutig und von Politik besonnt. Aber maximal vierzig Prozent. Der Rest waren Umwandlungsverluste, Müllverbrennung, Klimaschutz und Stromnetz.

Bei Schmaus und Liebe

Am Knurps von Phillipsburg wird aufgefahren. Ein Ring von Weißwürsten undefinierter Lauwärme. Der Denktitan sticht zuerst ein. Entgegen spritzt ihm ein Zorndepot. In Kluges Teil wibbelt Gott als Fundamentalist und der alte Hohnepiepel zuzelt Schönheit aus der Wursthaut.

Noch vor sieben Jahren schienen dem Gestalter Texte Martin Walsers mit dem Satz anzufangen: Ich erlaube mir, jetzt wieder zu sagen. Ja, was erlaubte er sich eigentlich! War denn der Ranicki nicht mehr? Nur noch kreuzbrave Schecke allerorten?

Aber, aber! Platon habe doch fast wie ein Martin Walser geschrieben, so ne frische Erinnerung an das Ur-Schöne. VIP-Vaccinatoren am Sorgen-Droste spenden Klopse an Lauterbach brut. Man stößt an.

Schnurrend: "Wer ein solches Gesicht erblickt, gewinnt die Fähigkeit zur Levitation zurück…"

Walser: „Da, ein Mädchen im Gesicht!“

Der Poliglott: Philosophie übertreibe so lange, dass man am Ende Frau Merkel gar nicht mehr sehe.

Verneinung liegt dem Schönschwatz nicht. Gegen Verneigung hat er nun aber doch nichts.

War all das nur eine pandemisch ätzende Bemerkung vom Impfschlüpfer? Mit einem dumpfen metallischen Geräusch schließt sich das Luk.

Er aber kennt auch Karl Marx, den Gott im Zorn zum homöopathischen Arzt der bürgerlichen Gesellschaft geschaffen hat. Wie erfolgreich die Zornbankiers des Maoismus-Leninismus doch den Zorn aller Erniedrigten und Beleidigten akkumulierten! Ein riesiges Archiv des Weltschmerzes und des Weltzorns treffen als hypnotische Beats auf kosmische Voodoo-Robotik, Funk und schleichende Gitarren. 

Nein, sagt er, „Zorn, das sei auch Kapital“. Ein Zorn, der als lizenzierter Selbsthuster arbeiten soll? Es ist nicht gerade abgründige Verzweiflung, was klingt, als wolle er einen Begriffsbeutler anbeten. Gedanken und Lippen bewegen sich kaum. Auch unsäglicher Schmerz sitzt nicht gerade in seinen Augen. Die Menis produziert Überschüsse, und Bastarde landen in vehementer Vertröstung! Gedanken entwickeln sich, ja sie versprechen geradezu, den Schlüssel zu den dunklen Wechselfällen der Philosophie zu liefern.

Quenker rühren gedankenverloren in ihrer Kaffeepause. „Aber das hieße doch aus einem Menschenzüchter einen Waldwinzer machen. Man weiß ja, daß der Kluge sein Herz seit Neustem dem Brombeerphilosophen zugewandt hat." Kulturgiganten am Testkoloß antworten wie im Verkündungs-Phlegma.

Er blickte die junge Frau gütig an. "Ich glaube dir. Zu solchem Haß wärest du nicht fähig. Du Frau der schwesterliche Liebe --“

„Sprich nicht weiter, mein Pandeme“, unterbrach die Masken-Lüpferin den Impflurchen. „Was heißt da Liebesheirat?“ Er drückt seine Lippen auf den Kuß. 

10.9.21

Der Zuckerlbäck

„Sind Sie unter den Philosophen ein Gärtner der Worte, ein Alchemist, ein Sokratiker?“ Der Wortepuster, Zuckerlbäck und Sophist vom wahren Schwitz meint in kühnem Willen zur Konstruktion: wenn Zorn aufflamme, sei eine Stauung primären Ehrverlangens im Spiel, eine literarische Fiktion im Modus nachträglicher Prophezeiung.

 Warum nicht? Reklame – und Begeisterung. Ein Wagner als Schumann.

„Muss ich da systemische Spezialprobleme beachten?“ fragt eine Literaturwalze, und alle Lust will Ewigkeit.

Es gibt da so schöne Johanneische Instruktionen, wonach im Anfang das Wort war. Oder war es Fake? Archive öffnen sich. Der „Haß als Konservendose des Zorns“ klingt auf Kluge.

Man schnurrt und überzeugt sich mehr und mehr davon, dass Menschen trainieren. Denn was man zweimal macht, wird autoplastisch wirksam in Schkopau . Er, der Pffifisoph arbeite an einer Lizenz zum Glück oder zum Glück an einer Lizenz. Was ist schon Unterschied? Säugetierpatrioten wissen Leben und Leber.

Und ah! Die Zorndepots Gottes fallen plötzlich menschlichem Besitz anheim. Was Gott ist, weiß ja manche/r. Aber das Zorndepot bringt auch Wissende zum Grübeln. Rückt diese Untersuchung die Funktion des Singularisierungsprojekts samt seiner psychosozialen und moralischen Kosten nicht in den Vordergrund oder ins Hintergründige?

Was aber ist mit den Depots des Schweifens? Gibt es nicht ausreichend Bölkstoff im Konversationslexikon? Und was ist mit Kredit auf die zuckerhaltige Süßigkeiten Sloterdijks, mit denen er uns durch den Kakao zog.

Zorn als Depot. Die ganze Welt scheint himmelblau! Ein Hirn leckt Phantasie und das Feuilleton vertieft sich in die spirituelle Korrespondenz zwischen Genie und Volk.

Nein! Nicht in der Form eines metaphysischen Archivs, sondern mit echter Bankfunktion wird Gewinn erwirtschaftet. Nicht thymotische Rendite, sondern schmutzige Genugtuung. Ja, moderne Zornbanken haben Klärwerkfunktion, Non olet. Eine starke Anleihe bei der Zornbank Gottes... In anderen Fällen kommt es zu Drogenmissbrauch, da sich Manche im berauschten Zustand nicht mehr  fürchten.
Es kommt zur Geburt der Vernunft aus der Äquilibristik in einer Welt der Kraftfelder. Schlagzeuger und Soundfrickler zeigen, was geht. Gewaltige Einlagen werden  getätigt, Formulierungen auf der Zornsparkasse deponiert. Ja, Gott wird als Buchhalter der Zornsammelstelle enttarnt, als Gärtner des Zorns. Wo der Zorn explosiv durchbreche, da sei selbst Gott Fundamentalist. „Zornkönig" , ja das sei für Gott ein schöner Ausdruck.

Was notierte Nietzsche nochmal? Walser hält Ausschau nach Schönem.

9.9.21

Beim Poldi, Peter Sloterdijk

Hinterwäldler Poldi vermietet ein ganz besonderes  Verhältnis. Bei frischer Bergluft und umlodert vom Alpenglühen kommen sich Stadtdiva PS und Naturbursche Nietzsche immer näher. Vielleicht etwas zu nah. Und dann tauchen auch noch unerwünschte Gäste auf. 15 Mann auf des Toten Manns Kiste.

Der Schlapphut knickt und der abgewetzte Mantel hat eine in keinem RAL- definierbare Färbung angenommen. Ein neuer Sloterdijk macht die Runde.

Der Horst Schlämmer der Philosophie bringt Badenser Bierokesen lichten Stoff präziser Psyche vom Denkathleten. Mitten im Kampf der Quer-Dröhner, lehrt er nobel, vulnerobel, gegen die Meute der Statistik-Zocker, diese abgespeckten Inzidenz-Tänzler und Sorgen-Schwänzler.

Aber es ätzt. Gerade in den Augen vieler Philosophen, Psychologen und Gerontologen ist der Wortgigant trotz wechselvoller beruflicher Karriere vom Jupp zum Guru keine Gallionsfigur der aufgeklärten Emanzipation mehr, sondern ein Albtraum aus Plasten und Elasten, unter dessen weißer Jacke Zuchtwahn und Altherrenwitze Eingang in die Märchenschreibe des faulen Tons fanden. A barbie girl im Lustgarten der Spekulation. Er hat sich vom Clonen wieder dem Klönen zugewandt. Lawinen kommen ins Rollen.

 Man wollte den Weltmeister im Griechentum hören, verirrte sich aber ins Seniorenzentrum „Winde des Ruhms“! Immer wieder stellt man fest, wie unerhört doch das Gestell aus Grevenbroich quietscht. Aus der Obstkrone fällt dem Dionys der Xistenz so manches Träubchen in den Mund. So kann deutlich mehr C02 gesponsert werden. Deshalb ist es keineswegs erstaunlich, sondern geradezu befreiend, wie der Nagel immer wieder den Knopf trifft, der ein Kopf hätte sein sollen.

Schon der tiefgründige Heidegger entdeckte mit Hitler das Leben als eine Art Dasein, in dem sich die ursprüngliche Temporalisierung der Existenz vollzog. Und noch heute kenne man Kultismus und Wortstechereien. Schweife schwiffen ins Lau.

Inszeniert wird ein Hüttenzauber voller Glamour, Gaudi und Größe. Auf der Bühne zu erleben sind PS, der Verhohnepiepler Ranickis und ein gewisser Nietzsche , den man leider aus dem Satirical Zarathustra kennt.

Der Schnurrisoph ist ein gemütlicher alter Kater geworden. Er, der einmal fast zum Züchter avancierte , wurde durch nachschiebende Karriereknacker, ehrenvolle Einladungen zum Monolog und halt auch durch Alter entschärft. Es brummt aber noch. Du wirst es vergessen und man wird Dich vergessen (Marc Aurel), bevor das Nichts kommt.

Ein Maskendok von der Impfakademie kündigt sich an. Testfakisten verstecken sich hinter einer Brezelmaske. Da fragt sich die Selbsterkenntnis, der man den Zugang zur Esoterik verweigert: „Sieht so die Endlagerung von Zorn aus?“ „Brasilien, wir kommen,“ ruft der Dalai Lama. Man darf ihn sich durchaus als Geistesverwandten der mystischen Beat-Poeten vorstellen, empathisch, empathisch und in furchtloser anthropologischer Differenz.

8.9.21

Wellness im volltext Sloterdijk

Ein schlichtes Wellnesshotel in der heilen Bergwelt als Zuflucht, sehr bodenständig. Schließt sich das Tor? Ein letzter Blick hinaus. Man hört etwas wie vom Schwätzer.

Top-Platzierte trafen sich 2013 zu einer denkwürdigen Begegnung. Zahlte man cash? Ein Gluckenläuten der Maturienten, ein Gipfeltreffen der Geistesgrößen in Cicero, brillant zwischen Tiefsinn und Heiterkeit. Wie geschrieben steht, „zwischen zwei Meeren, Vergangenem und Zukünftigem als schwere Wolke wandelnd“, Eine Wattwanderung im Schlick aufgeweichter Begriffswelten.

Wie es sich doch bei Ebbe bewegt! Gummistiefel bitte selbst mitbringen.

Zu beachten war, dass Esoterik keiner abgehobenen Geisteshaltung ähnelt, sondern einem besonderen Wissen, das nur wenigen Menschen zugänglich sei.

Eine Beluga - Linse rollt zwischen die Süßkartoffeln. Ironie aus dem Schwarzwald einer Nordmann - Tanne.

Grevenbroich ist nicht Karlsruhe.

Ich vermute stark, dass der Horst Schlämmer der Philosophie sein Oniritt deshalb neuerdings in Berlin sucht. Dort ist er wohl auf den anderen Poliglott getroffen, den man seither für Kluger hielt. Zuerst dachte ich, dieser habe vorgehabt, jenen hochzunehmen. Aber je weiter ich - im volltext - der beiden nachforschte, um so mehr mußte ich annehmen, daß er umgekehrt ihm auf den Leim gegangen ist. Gott als Fundamentalist, der Zorndepots auf thymotischen Banken verzinst, das ist doch Sloterdijk vom Feinsten, autoplastisch in Schkopau.

Ein Konversationslexikon auf seiner Reise in die Papiersammlung beobachten.

Eine irrwitzige Bergtour mit Naturbursche Nietzsche und Diva Sloterdijk. Drastischer Glamour an krassem Genie.
Hat er denn den Weisheitsletter gelesen? Die Entwicklung der Philosophie aus dem Geschwätz? Hier sind wir noch ganz am Anfang. Noch kein Sokrates in Sicht. Noch alles seicht und blickdicht.

Oh Alpenglühn! Wie laangweilig wäre die Welt ohne die walzenden Erklärungen des Lebens aus Sophistik, Glamour und Gaudi. Wie oft wird nicht ein erfolgreicher, bisweilen divenhafter, aber liebenswerter Star und wahrer Schlager verfolgt: von hysterischer Presse die partout nicht in die Scheidung einwilligen will. Trotz atmosphärischer Störungen begibt man sich auf eine philosophische Wallfahrt, wie sie irrwitziger nicht sein kann. Es gibt da Stationen....

Der Kultautor legt los. Für Blasen-Theoretiker eine anregende Lektüre. Squire Trewlaney verrät die Karte. In einem Stil wie pizza-Pampe auf Abi 70. Mit der Laufmaus in der Hand öffnet sich der Brustkorb und das Hasskonto wirft Zinsen. Alterssicherung empfiehlt Dada.

Nebel singender Wohlfühlpegide Nietzsche, ein Wertschöpfer, verzinst graecile Weisheiten des Alltags. Ein Regierungsdirektor eröffnet die Südtangente. Wird hier Gewalt diskriminiert? Das Hygienekonzept ist jedenfalls ausgefeilt.
 

Hör doch mal das Duxophon,
Es föhnt und stöhnt in anderem Ton.
Ist es nicht Gottes Stimme?

Es klingt so hohl wie Kannenguß,
Wie Kuß und Schluß am Krähenfuß

Ich achte drauf, dass ich mich nicht
Am Wulst vor Lachen krümme.

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